Das Haarnetz in der Bundeswehr
Der Erlass kann als Ausdruck der allgemeinen Liberalisierung unter der sozialliberalen Koalition um Willy Brandt verstanden werden. Über seine eigentliche Bedeutung hinaus löste er eine breite, wenn auch nicht immer vollkommen ernst gemeinte Debatte aus. Ein Brigadegeneral der Bundeswehr warnte: "Eine Vernachlässigung im Anzug und im Benehmen des Soldaten ist für jedermann der Beweis für eine schlechte Disziplin. Mit ihr steht und fällt aber der Abschreckungswert und damit der Friedensbeitrag der Truppe." Der Wehrbeauftragte des Bundestages nannte das Erscheinungsbild langhaariger Soldaten „schlampig und verdreckt“.
Im Mai 1972 wurde der Haarnetz-Erlass schließlich wieder aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt musste das Haar so geschnitten werden, dass es den Uniformkragen nicht berührte. Offiziell wurde die Änderung damit begründet, dass es in der Truppe zu erhöhtem Ausfall wegen Erkältungen durch nasses Haar gekommen sei.
Aus diesem Anlass hat der NDR einen Beitrag zum Haarnetz-Jubiläum verfasst, in dem ein ehemaliger Soldaten, Herr Joachim Springer aus dem PzGrenBtl 173 zu Worte kommt. Zu finden ist der Beitrag unter www.ndr.de/mediathek/ Dann müssen Sie auf Mediathek starten klicken und im neu geöffneten Fenster im Suchfeld "german hair force" eingeben. Es erscheint dann im Suchfenster der Beitrag: HH-damals: German Hair Force
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Haarnetz-Erlass